Symbolische Pflanzaktion auf dem ehemaligem Brunnengelände - Was geht hier?

Symbolische Pflanzaktion auf dem ehemaligem Brunnengelände – Was geht hier?

Im Juni 2018, also vor inzwischen mehr als drei Jahren, hat der Gerolsteiner Brunnen die damaligen Planungen für das ehemalige Brunnengelände an der Brunnenstraße beendet. Seitdem ist erkennbar weder vom Gerolsteiner Brunnen noch von seitens der Stadt irgendetwas unternommen worden, um für diese Industriebrache eine Folgenutzung zu finden. Dabei wurde das Gelände immer wieder als Filetstück für eine attraktive Stadtentwicklung angepriesen

Die Grüne Stadtratsfraktion hatte deshalb im März 2020 eine erste Initiative für einen Ideenwettbewerb ergriffen. Diese wurde im Stadtrat jedoch abgelehnt. Da seitdem weiterhin nichts zur Entwicklung des Geländes passiert ist, haben wir den Antrag für einen Ideenwettbewerb Anfang Juni für die kommende Stadtratssitzung am 11. August erneut gestellt. Um unserer Forderung, dass hier endlich etwas passieren muss, Nachdruck zu verleihen, haben wir heute ein symbolische Pflanzaktion auf dem Gelände durchgeführt.

Zwischenzeitlich gab es Mitte Juli das enorme Hochwasser. Dies hat auch uns verdeutlicht, dass dem Hochwasserschutz eine viel höhere Priorität bei den Planungen für das ehemalige Brunnengelände eingeräumt werden muss. Oberste Priorität hat natürlich weiterhin der Schutz der Quellen.

Das Gelände muss zukünftig als Überschwemmungsgebiet zur Verfügung stehen. Daraus folgt, dass die noch verbliebene Grundplatte der ehemaligen Gebäude zurück zubauen ist. Zukünftige Bebauungen sind auf einen Bereich entlang der Bundesstraße zu begrenzen. Im neuen Einzelhandelskonzept der Stadt darf die ehemalige Produktionsstätte nicht mehr ausgewiesen werden. Das Gelände kann jedoch für Erholungs- und Sportzwecke genutzt werden.

Bei der Erstellung eines neuen Konzeptes sollten folgende Ideen untersucht werden:

  • Renaturierung der Kyll-Uferzone durch Rückbau der Uferbefestigung
  • Begrünung und Bepflanzung der Uferzonen mit heimischen Flussbäumen
  • Entsiegelung der Betonoberflächen zur Herstellung von Retensionsflächen bei Hochwasser
  • Entwicklung einer Auenlandschaft
  • Berücksichtigung der Konzepte einer Schwammstadt
  • Flächen für „essbare Stadt“
  • Freizeitflächen für Free-climbing, BMX-Parcour, Fliegenfischerei
  • Naherholungsflächen im Zentrum der Stadt Gerolstein mit Fußwegen und Liegewiesen in Anbindung an den Wasserpark „Stadt im Fluss“
  • Beispielprojekt für regionale Hochwasserschutzmaßnahmen im Städte-, und Landschaftsbau
  • Bei einer eventuellen Bebauung entlang der Bundesstraße, sind neue intelligente Hochwasserkonzepte exemplarisch für Uferbebauungen zu entwickelt ohne dem Fluss seinen Raum zu nehmen.

Was geht hier - Straßenrand vor dem Brunnnegeläend
Was geht hier? – Vor dem Brunnnegelände

PS: Relativ kurz nach Abschluss der symbolischen Pflanzaktion war der Werkschutz des Gerolsteiner Brunnen vor Ort. Da er darauf bestanden hat, dass weiterhin auf dem Gelände nichts passiert, haben wir nach Aufforderung die Plakate und Pflanzen wieder entfernt. Aber eine Antwort auf die Frage „Was geht hier?“ ist der Gerolsteiner Brunnen, aber auch die Stadt Gerolstein weiterhin schuldig.