Berichtsanforderung zur aktuellen Lage und Strategie des Brandschutzes im Landkreis Vulkaneifel (Waldbrand, Hitze, Dürre) 

Bündnis90/Die Grünen Kreistagsfraktion Vulkaneifel

Antrag für die Kreistagssitzung am 07.09.2026

Sehr geehrte Frau Landrätin Gieseking, 

auf Grund der aktuellen Sachlage möge der Kreistag beschließen: Die Kreisverwaltung wird beauftragt, dem Kreistag am 14.12.2026 einen detaillierten Bericht zur aktuellen Situation und den geplanten Maßnahmen im Bereich des vorbeugenden und ab- wehrenden Brandschutzes in den Wald- und Vegetationsgebieten der Vulkaneifel vorzulegen. 

Der Bericht soll insbesondere folgende Fragen beantworten und Aspekte abdecken: 

Status quo und Risikoanalyse 

  • Wie schätzt die Verwaltung die aktuelle Waldbrandgefahr im Zusammenhang mit den zunehmenden Phänomenen von Hitze und Dürre in der Region ein? 
  • Welche Gebiete, z.B. Moore des Vulkaneifelkreises gelten als besonders risikobehaftet? 
  • Inwieweit wird die aktuelle Vegetationsstruktur (z. B. Anteil an Nadelholzmonokulturen) und der Zustand der Wälder als Risikofaktor bewertet? 

Präventionsmaßnahmen 

  • Welche Strategien gibt es zur Sicherung des Wasserschutzes im Wald, um die natür- liche Widerstandskraft der Bestände gegen Trockenheit zu erhöhen? 
  • In welchem Umfang wird die Wiedervernässung von unseren regionalen Feucht-, und Sumpfwiesen, Fluss-, und Bachauen, Maaren und Mooren als präventive Maßnahme gegen Waldbrände und zur CO2-Bindung vorangetrieben? 
  • Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die natürliche Wasserspeicherung in den Böden zu verbessern (z. B. durch Humusaufbau oder Rückbau von Entwässerungssystemen, wie Wiesen-Drainagen) um die Brandlast in trockenen Sommern zu senken? 
  • Sind die baulichen Löschwasserentnahmestellen (z.B. Hydranten, Löschteiche, Löschwasser-Zisternen und -Kissen, etc.) im Vulkaneifelkreis in ausreichender Anzahl vorhanden um das Gebiet des Vulkaneifelkreises abzudecken? 
  • Welche informative Maßnahmen werden zur Reduzierung der menschlichen Brandursachen in einer trockenen Landschaft während einer Dürreperiode ergriffen? 

Vorbeugender und abwehrender Brandschutz 

  • Gibt es bereits ein umfassendes Brandschutzkonzept für die Region? Wenn ja, wann wurde dieses zuletzt aktualisiert? Wenn nein, wie ist der Plan zur Erstellung eines solchen Konzepts? 
  • Welche konkreten Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes (z. B. Anlage von Brandschutzstreifen, Waldumbau zu Mischwäldern) werden derzeit verfolgt? 
  • Wie ist die aktuelle Situation bei der Löschwasserversorgung in unwegsamem Gelände? Wo gibt es Defizite bei der Wasserentnahme und wie sollen diese behoben wer- den? 

Einsatzbereitschaft und Bevölkerungsschutz 

  • In welcher Form wird die Blaulichtfamilie Vulkaneifel in die Planung und operative Umsetzung des Brandschutzes eingebunden? 
  • Welche Pläne existieren für den Ernstfall bezüglich der Evakuierung der Bevölkerung in gefährdeten Randzonen von Waldgebieten? 
  • Welche Strategien (kreisübergreifend) gibt es zur Koordination zwischen Forstbehörden, Feuerwehren und anderen Rettungsdiensten bei großflächigen Waldbränden? 
  • Gibt es eine Zusammenarbeit mit den angrenzenden Landkreisen, Bundesländern, Ländern oder werden diese geplant? 

Ressourcen und Finanzierung 

  • Welche personellen und materiellen Ressourcen stehen derzeit zur Verfügung und wo besteht dringender Nachbesserungsbedarf (z. B. Spezialgerät)? 
  • Welche Förderprogramme (Land, Bund, EU) werden genutzt oder könnten genutzt werden, um den Brandschutz und die ökologische Wiedervernässung in der Region zu stärken? 

Begründung

Die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre führen zu einer signifikanten Zunahme von Hitze- und Dürreperioden, was die Gefahr von Waldbränden in der Vulkaneifel massiv steigert. Aktuell sehen wir durch die Brände im Hohen Venn (Belgien) und in Hürtgenwald, NRW, bei denen auch der Vulkaneifelkreis durch Rauch und Brandgeruch betroffen war, wie schnell sich Waldbrände ausbreiten und enorme Schäden anrichten können. Ein effektiver Schutz von Mensch, Tier und Natur erfordert nicht nur eine schnelle Reaktion im Schadensfall, sondern eine strategische, langfristige Planung. 

Dabei ist der Wasserschutz der entscheidende Hebel: Intakte Moore und wassergesättigte Mischwälder wirken wie natürliche Brandmauer und sind gleichzeitig essenziell für den Klimaschutz und die Biodiversität. 

Um die Handlungsfähigkeit der Blaulichtfamilie Vulkaneifel sicherzustellen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, ist eine transparente Darstellung der aktuellen Strategie – von der ökologischen Prävention bis zur operativen Brandbekämpfung – zwingend erforderlich. Der geforderte Bericht dient als notwendige Grundlage für weitere politische Entscheidungen und Investitionen. 

Für die Kreistagsfraktion Kreistag Vulkaneifelkreis 
Dorothea Hafner 
Fraktionsvorsitzende